LitGruppe im SNW

Anne Pförtner anne@diepfoertners.de
Unsere Themen im November 2018
immer donnerstags in der Villa Sibilla um 15.30 h

Donnerstag, 8. November 2018
Gabriele Münter / Wassily Kandinsky
Gabriele Münter, 1877 in Berlin geboren, geht 1902 gegen alle Widerstände nach München, um Malerin zu werden. Bei Wassily Kandinsky nimmt sie Unterricht, verliebt sich in ihn und wird seine Muse. Beide sind auf der Suche nach neuen Ausdrucksformen. Kandinsky gilt schon bald als Meister der Abstraktion und wird Begründer des „Blauen Reiters“. Genau wie ihre Künstlerkollegin Paula Modersohn-Becker versucht auch die Münter, Ella genannt, immer wieder ihre Rolle als Frau in der Kunst zu finden. Das Paar Münter - Kandinsky zog auf Bitten der russischen Malerkollegen Marianne von Werifkin und Alexey von Jawlensky nach Murnau am Staffelsee. Hier haben sie alle zusammen an der Entwicklung neuer Maltechniken gearbeitet und sich gegenseitig inspiriert.
Die Verbindung zwischen Münter und Kandinsky war keineswegs konfliktfrei. Nach Ausbruch des ersten Weltkrieges ging Kandinsky zurück nach Russland und Gabriele Münter floh nach Skandinavien. Hier in Stockholm traf sich das Paar zum letzten Male. Erst Jahre später erfuhr sie, dass Kandinsky eine andere geheiratet hat.
Leben und Werk dieser beiden Künstler stellen Josef Kühlem und Dieter Roßbach in ihrem Bildvortrag vor.

Donnerstag, 23. November 2018
Alberto Dines: Tod im Paradies – die Tragödie des Stefan Zweig
Wer kennt sie nicht, Zweig’s weltberühmte „Schachnovelle“ oder die “Ungeduld des Herzes“. Stefan Zweig liebte es zu Reisen, z.B. quer durch Europa, Nordafrika, Indien oder auch in die Neue Welt. Diese Reise- und Wanderlust wurde in seinem letzten Lebensjahrzehnt zur Notwendigkeit. Aufgrund seiner jüdischen Abstammung floh er 1941 mit seiner zweiten Frau Lotte Altmann ins brasilianische Petropolis. Hier schrieb er u.a. „Die Welt von gestern und hier beendete er seine „Schachnovelle“. Im Februar 1942 setzte das Ehepaar Zweig seinem Leben ein Ende. Im Testament, einer Liebes- und Abschiedserklärung an Brasilien, spricht er davon, dass seine Kräfte "durch die langen Jahre heimatlosen Wanderns erschöpft" seien. Schon drei Jahre vor seinem Tod schrieb er „am Tage, da ich meinen Paß verlor, entdeckte ich mit achtundfünfzig Jahren, daß man mit seiner Heimat mehr verliert als einen Fleck umgrenzter Erde“.
Über die letzten Lebensjahre hat Alberto Dines, in seiner Heimat ein berühmter Journalist und Autor, ein einfühlsames Lebensbild des Dichters geschaffen. Minnie Rischkowsky stellt Stefan Zweigs wichtigste Werke vor und geht besonders auf seine letzten Lebensjahre ein.