Veranstaltungen der LitGruppe im September 2019

Donnerstag, 5. September 2019 um 15.30 h in der Ahrtal-Residenz
Stefan Zweig: Die Welt von Gestern – Erinnerungen eines Europäers
Stefan Zweig hat in „Die Welt von gestern“ als Zeitzeuge die Situation seiner Generation vor dem Ersten Weltkrieg beschrieben. Seine Erinnerungen schrieb er während seines Exils in Brasilien in den Jahren 1939 bis 1941. „Ich bin mir“ so sagte er, „der ungünstigen Bedingungen unter denen ich diese Erinnerungen schreibe bewußt, denn ich schreibe sie in der Fremde und ohne den mindesten Gedächtnisbehelf. Am Tag, da ich meinen Paß verlor, entdeckte ich mit achtundfünfzig Jahren, daß man mit seiner Heimat mehr verliert als einen Fleck umgrenzter Erde". Günter Garlet trägt im O-Ton einige Passagen aus diesem Buch unter der Überschrift „Ein Sittengemälde“ vor, die wie ein Spiegelbild die sogenannte „Bessere Gesellschaft“ Wiens um 1900 beleuchten.

Donnerstag, 26. September 2019 um 15.30 h in der Ahrtal-Residenz
„Wie immer Deine olle Mila“ – Ein Briefwechsel der Eheleute Fontane
Einmal schrieb Emilie an ihren Mann Theodor: „Die Zuneigung ist etwas Rätselvolles“. Wie wahr. Über ein halbes Jahrhundert hinweg haben Theodor und Emilie Fontane in ihrem Briefwechsel über ihre Liebe, ihre Spannungen, ihren Trennungsschmerz und alltägliche Sorgen geschrieben. Im April 1852 z.B. schreibt sie an ihn: „Wie wohl tut mir Deine wieder gewonnene geistige Elastizität, ach mein Herzensmann, ich will alles, alles ohne Murren tragen...“ In diesem Briefwechsel begegnen wir nicht nur dem Dichter Fontane, sondern auch dem Ehemann, Vater und Menschen Theodor, der ohne diese starke Frau sicher nicht „der Fontane“ geworden wäre, der noch heute so populär ist wie in seinen späteren Jahren. Anne Pförtner liest als seine „olle Mila“ seine immer sehnsüchtig erwarteten Briefe, und Josef Kühlem den Theodor, der sich ja häufig im europäischen Ausland aufhielt und so manchen Brief zeitverzögert erhielt.